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©TERRA OSTRA

Die Geschichte von Gujan-Mestras und sein Wahrzeichen: der Marienkäfer

Die Stadtteilfehden zwischen Gujan und Mestras sind ein interessanter Aspekt der lokalen Geschichte von Gujan-Mestras. Diese Rivalitäten reichen mehrere Jahrhunderte zurück und sind tief in der Identität der Bewohner dieser beiden Stadtteile verwurzelt.

Die Geschichte der Stadtteile

Die genauen Ursprünge der Streitigkeiten zwischen Gujan und Mestras sind nicht immer klar, aber sie scheinen auf historische und geografischeUnterschiede zwischen den beiden Stadtteilen zurückzuführen zu sein. Gujan, das näher am Bassin d’Arcachon liegt, war traditionell stärker auf Fischerei und Austernzucht ausgerichtet, während Mestras, das etwas weiter im Landesinneren liegt, eine diversifiziertere Wirtschaft hatte, die auch Landwirtschaft und Handel umfasste.

Im Laufe der Jahrhunderte führten diese wirtschaftlichen und geografischen Unterschiede zu Rivalitäten und Wettkämpfen zwischen den beiden Stadtteilen. Die Bewohner von Gujan und Mestras konkurrierten oft um Ressourcen, Land und wirtschaftliche Möglichkeiten. Diese Rivalitäten konnten manchmal in ernsthaftere Konflikte ausarten, obwohl sie sich meistens in Form von freundschaftlichen Wettkämpfen und Neckereien äußerten.

Traditionen

Nachbarschaftsstreitigkeiten treten häufig bei lokalen Ereignissen und Traditionen auf. Beispielsweise waren Dorffeste, Sportwettkämpfe und lokale Märkte Gelegenheiten, bei denen die Bewohner von Gujan und Mestras ihren Stolz und ihre unverwechselbare Identitätzum Ausdruck bringen konnten. Bei diesen Ereignissen kam es oft zu freundschaftlichen Wettkämpfen, manchmal aber auch zu Spannungen.

Das Emblem: der Marienkäfer

Im 19. Jahrhundert wurde in Gujan-Mestras auf einer Fläche von fast 300 Hektar Wein angebaut. Der produzierte Wein ist zwar kein Grand Cru, aber den Fischern schmeckte er gut genug, um ihn zu trinken.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Weinberge von Gujanes jedoch von einer geheimen Krankheit heimgesucht.

Die Seeleute beschließen daraufhin, sich an den Pfarrer zu wenden. Nach reiflicher Überlegung verkündet dieser feierlich: „ Die Ursache des Übels, an dem eure Weinberge sterben, ist der Barbot!“

Im lokalen Dialekt bezeichnet der Begriff „ Barbot “ Insekten wie Käfer, Maikäfer, Eumolpe und natürlich Marienkäfer. Da die Gujanais zu allem bereit waren, um ihre Weinberge zu retten, baten sie den heiligen Mann, Messen und Prozessionen in den Weinbergen durchzuführen. Diese Angelegenheit erregte in der Region großes Aufsehen und brachte den Einwohnern von Gujan-Mestras von den Testerins, den Bewohnern der Nachbargemeinde La Teste, den Spitznamen „ Barbots “ ein.

Und so wurde der Barbot, der in einen hübschen kleinen Käfer verwandelt wurde, zum Wahrzeichen der Stadt.
1923 trugen die Rugbyspieler von Gujan-Mestras bei einem Spiel gegen La Teste stolz den Marienkäfer auf ihren Trikots. Ein Symbol war geboren.

Der Marienkäfer ist in Gujan-Mestras überall zu sehen… Halten Sie also die Augen offen, vielleicht bringt er Ihnen ja Glück!